Wo die Miet- und Eigentumspreise in Europa am höchsten sind

Nicht nur in Deutschland steigen die Preise für Mieten und Eigentum weiter zügig an. Wo wird das Wohnen in Europa besonders teuer? 

Der aktuelle "Property Index - Overview of European Residential Markets" von Deloitte liefert ausführliche Daten und Analysen zu den wichtigsten Trends im europäischen Immobilienmarkt. Dabei stellte sich heraus: Deutschland gilt im europäischen Vergleich als bezahlbar – mit Ausnahme von München, das sich vom deutschen Markt weitgehend abgekoppelt hat. Außerdem kristallisiert sich Deutschland als Spitzenreiter beim Kaufpreiswachstum heraus. In keinem anderen der 14 Vergleichsländer zogen die Preise für Wohneigentum so stark an wie hierzulande.

Was zahlt man wo für Eigentum?

Im europäischen Vergleich kristallisieren sich Metropolstädte nach wie vor als am Teuersten heraus 

Die Spitzenposition in Sachen Eigentumspreise hat Großbritannien inne. In London werden durchschnittlich EUR 10.000,- pro Quadratmeter aufgerufen, dicht gefolgt von Paris, wo durchschnittlich stolze EUR 8.000,- pro Quadratmeter gezahlt werden. Im Gegensatz dazu stehen Warschau und Budapest, wo die Eigentumspreise mit EUR 1.000,- am günstigsten ausfallen. Aber auch in Deutschland steigen die Preise weiter an. So werden in München Preise von durchschnittlich EUR 5.600,- pro Quadratmeter gezahlt. Damit übersteigt die Bayrische Hauptstadt den deutschen Durchschnitt um 316 Prozent und ist somit die teuerste deutsche Stadt zum Wohnen. Aber auch andere untersuchte Metropolen in Deutschland wie Berlin, Frankfurt und Hamburg hatten ebenfalls einen Preisanstieg zu verzeichnen. Deutschland gehört zu den Ländern mit dem deutlichsten Preisanstieg in Europa, steht aber bei den absoluten Durchschnittspreisen nach wie vor im europäischen Mittelfeld.

So fallen die Mietpreise aus

Überall in Deutschlands Städten wird der Wohnraum knapper und die Mieten steigen. Dennoch ist der deutsche Mietwohnungsmarkt einer der günstigsten und am besten entwickelten, wenn man ihn mit der Situation in anderen Staaten der Europäischen Union vergleicht. In den meisten Ballungszentren wie Paris oder London sind Wohnungen nicht nur deutlich teurer als in Deutschlands Spitzenpreis-Stadt München, sondern sie sind in teils erbärmlichem Zustand – mangelhaft funktionierende Sanitäreinrichtungen und zugige Fenster sind dort der Alltag. Außer in Österreich, Portugal und Irland kann man nirgendwo sonst in Westeuropa so günstig zur Miete wohnen wie in Deutschland. Bezogen auf die gesamte Bundesrepublik geben Mieterhaushalte im Schnitt 22,5 Prozent ihres Einkommens für die Nettokaltmiete aus. Einen noch geringeren Anteil ihres Einkommens müssen Mieter lediglich in den meisten Staaten Osteuropas und im Baltikum hinlegen.

04.02.2019