Was hat es mit dem geplanten Baukindergeld auf sich?

Kaum haben Union und SPD zusammengefunden, ziehen sie gemeinsam an einem Strang und haben sich nun für einen ersten Gesetzesentwurf für das Baukindergeld im Koalitionsvertrag geeinigt.

Fluch oder Segen?  So steht es um das Baukindergeld

Gerade in den großen Metropolen wird bezahlbarer Wohnraum immer knapper. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, haben Union und SPD einen jährlichen Zuschuss pro Kind in Höhe von EUR 1.200,- für Familien geplant, die eine eigene Immobilie kaufen oder bauen möchten. Ziel der geplanten Subvention ist die Reduzierung der Wohnungsnot von Familien.

Wem steht das geplante Baukindergeld zu?

Das Baukindergeld ist derzeit ein viel diskutiertes Thema.

Das geplante Baukindergeld wird flächendeckend gewährt. Allerdings ist eine bestimmte Einkommenshöchstgrenze gegeben, die vorschreibt, dass das zu versteuernde Haushaltseinkommen nicht höher als EUR 75.000,- sein darf. Zusätzlich ist ein Freibetrag in Höhe von EUR 15.000,- pro Kind gewährt, sodass eine Familie mit zwei Kindern maximal EUR 105.000,- pro Jahr verdienen darf. Wichtig zu wissen ist auch, dass kein Anspruch auf Baukindergeld besteht, wenn die Familie bereits eine Immobilie besitzt, da der Förderzuschuss nur für den Ersterwerb von Wohneigentum bezahlt wird.

Baukindergeld: Kritik wird laut

Was auf den ersten Blick wie ein finanzieller Segen aussieht, gilt für Kritiker als eine zusätzliche Verschärfung des Wohnraummangels, da nur diejenigen davon profitieren, die sich von vornherein den Bau oder Kauf einer Immobilie leisten können. Stimmen werden laut, dass EUR 12.000,- pro Kind eine zu geringe Subvention darstellen - insbesondere in Ballungsräumen, in denen der Wohnraum überdurchschnittlich teuer ist. Als ein weiterer erschwerender Faktor für den Erwerb eines Eigenheims gilt das aufzubringende Eigenkapital in Höhe von mindestens 20 bis 30 Prozent, das vielen Familien einen Strich durch die Rechnung macht.

Die Förderspritze unterstützt somit nur besserverdienende Familien, die entweder auf dem Land oder in strukturschwachen Städten kaufen bzw. bauen möchten. Eben in diesen Lagen herrscht aber häufig ein besonders großer Leerstand von Bestandsimmobilien, sodass sich eine reine Förderung des Immobilienkaufs eher anbieten würde.

Wie der genaue Gesetzesentwurf aussehen wird, soll sich bis September 2018 zeigen.

19.04.2018