Im Denkmal wohnen

Was Sie beachten müssen, wenn Sie in einem Denkmal wohnen möchten

Fachwerkhäuser
Wohnen mit Geschichte

Neubauten haben viele Vorteile, wenn es um Energieeffizienz, Wärmedämmung und Haustechnik geht. Trotzdem erliegen viele Menschen dem Charme von Häusern, die Geschichten erzählen. Alte Bauern- oder Fachwerkhäuser, historische Industriegebäude oder herrschaftliche Schlösser – Gebäude mit Tradition werden immer beliebter. Knapp eine Million von ihnen stehen in Deutschland unter Denkmalschutz, wurden also als Gebäude ausgezeichnet, die auf Grund ihrer kulturhistorischen Relevanz schützenswert sind.

Wer ein Gebäude unter Denkmalschutz stellt

Für die Entscheidung, ob ein Gebäude unter Denkmalschutz gestellt wird, ist die jeweilige Denkmalbehörde des Bundeslandes zuständig – sie überprüft Anträge und entscheidet, wann ein Bauwerk offiziell zum Denkmal wird. Ausschlaggebend ist das öffentliche Interesse: Ist das Gebäude für die Geschichte des Menschen, für Städte und Siedlungen oder für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse relevant? Liegen künstlerische, städtebauliche, wissenschaftliche oder volkskundliche Begründungen vor?

Worauf Eigentümer achten müssen

Bauernhöfe, Fabriken, Schlösser, Fachwerkhäuser – in vielen denkmalgeschützten Häusern kann man tatsächlich wohnen, muss dabei aber einiges beachten. Vor allem bauliche Maßnahmen gehören dazu: Wenn die Eigentümer oder Bewohner etwas verändern möchten, müssen sie bei der zuständigen Denkmalbehörde einen Antrag stellen. Erst mit der Genehmigung in der Tasche kann es losgehen.

Diese zu bekommen, erweist sich häufig dann als schwierig, wenn es um Veränderungen an der Hausfassade geht oder um andere Maßnahmen, die die äußere Erscheinung des Gebäudes beeinträchtigen. Denn diese soll nach Möglichkeit unverändert bleiben. Dementsprechend sind auch Anbauten, Aufsätze auf das Dach, das Anbringen von Solaranlangen oder der Abriss von Gebäudeteilen nicht einfach durchzusetzen.

Im Innenraum müssen tragende Konstruktionen häufig in ihrer ursprünglichen Form erhalten bleiben, sodass nicht überall Wanddurchbrüche möglich sind. Andere Veränderungen im Inneren eines denkmalgeschützten Hauses – wie etwa die Modernisierung von Bad oder Küche - sind aber in der Regel erlaubt. Nur selten stehen Teile der Inneneinrichtung mit unter Denkmalschutz.  

Lassen Sie sich durch vermeintlich strenge Auflagen nicht gleich davon abhalten, ein Denkmal zu bewohnen. Schließlich sind die zuständigen Behörden auch daran interessiert, dass die Denkmäler nicht leer stehen – und deshalb bei Anträgen offen für Kompromisse, solange der Denkmalschutz eingehalten wird. So können etwa energetische Sanierungen durchaus nach Absprache durchgeführt werden, auch Dämmungen sind möglich – dann eben nicht an den Außenfassaden sondern innen. Die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (verlinken) gelten für denkmalgeschützte Gebäude nicht, trotzdem können Eigentümer zum Beispiel durch alternative Dämmungen, moderne Heizsysteme und Anpassungen der Fenster im Innenraum energieeffizient planen, was gleichzeitig die Kosten senkt und einen Beitrag zum Umweltschutz leistet.

So müssen Bewohner eines Denkmals zwar einige Kompromisse eingehen und sind  nicht so flexibel in der Gestaltung wie Käufer eines Neubaus, doch tragen genau die vermeintlichen Schwächen oft auch zu dem Charme bei, der das Wohnen im Altbau so besonders macht. Außerdem wird der für die Instandhaltung nötige Mehraufwand auch finanziell honoriert: Eigentümer, die selbst in dem Gebäude wohnen, können rund 90 Prozent der Erhaltungskosten über die Steuer absetzen.

Sie interessieren sich für eine denkmalgeschützte Immobilie?

Denkmalgeschützte Gebäude müssen nicht explizit gekennzeichnet sein. Wenn Sie also eine bestimmte Immobilie im Auge haben und wissen möchten, ob es sich um ein Denkmal handelt, fragen Sie einfach bei der zuständigen Denkmalbehörde nach.

Bei DAHLER & COMPANY haben wir immer mal wieder spannende Objekte mit historischem Hintergrund im Angebot.

Aktuell zum Beispiel eine stilvolle Stadtvilla in Potsdam:

Villa Potsdam

oder diese prunkvolle Jugendstilvilla in Remscheid

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26.09.2017