Hauspreise im europäischen Vergleich: Wo ist es besonders teuer?

Fast überall in Europa werden die Häuser teurer – besonders gilt das auch für Deutschland. Das hat nun die Europäische Statistikbehörde ausgerechnet 

Während in der Euro-Zone die Preise für Wohngebäude im ersten Quartal um 4,5 Prozent gestiegen sind, waren es in Deutschland sogar 5,3 Prozent. In der gesamten EU mussten für ein Haus durchschnittlich 4,7 Prozent mehr gezahlt werden als im ersten Quartal 2017.

Grund für diese Entwicklung sind auch die weiterhin sehr niedrigen Zinsen. Geld ist günstig zu leihen und die Renditen von klassischen Anlageklassen sind gering. Daher erscheint der Kauf einer Immobilie vielen lukrativ.

Die Europäische Statistikbehörde wertet jedes Jahr aufs Neue die Immobilienpreise aus.

Vergleicht man die Entwicklung der deutschen Preise allerdings mit dem Vorquartal und nicht dem Vorjahresquartal, zeigt sich ein anderes Bild: Die Immobilienpreise sind um 0,4 Prozent gefallen. Das liegt vor allem an einem besonders starken Preiszuwachs im letzten Quartal 2017. 

Doch allzu positiv stimmt das trotzdem nicht: Denn Vergleiche mit dem Vorquartal sind bei Preisentwicklungen meist weniger aussagekräftig als Vergleiche mit dem Vorjahresquartal. Sie können ungenauer sein, da Nachfrage und Angebot vieler Güter auch von der Jahreszeit abhängen.

Hier stiegen die Immobilienpreise am stärksten

Im europäischen Vergleich zogen die Preise in Lettland am stärksten an. Mehr als ein Zehntel teurer wurden die Häuser dort. Die Wirtschaft von Lettland, die zwischen 2008 und 2010 im Zuge der Weltwirtschaftskrise mehr als 20 Prozent an Leistung verlor, läuft mittlerweile wieder auf vollen Touren. Das lässt die Preise steigen - auch die von Häusern. Lettische Wohngebäude kosteten 13,7 Prozent mehr als im selben Quartal in 2017.

Auch Slowenien, das Ende 2013 nur knapp dem Euro-Rettungsschirm entkam, ist auf klarem Erholungskurs. Im Ranking der Preissteigerungen von Häusern folgt es direkt auf Lettland. Im ersten Quartal dieses Jahres kosteten slowenische Wohngebäude 13,4 Prozent mehr.

Doch es gibt auch europäische Länder, in denen die Preise stabil sind oder leicht fallen.

In diesen Ländern wurden Häuser günstiger

In Finnland zum Beispiel sanken die Preise leicht. Dort sind Wohngebäude 0,1 Prozent günstiger geworden. Ähnlich entwickelten sich die Preise im Nachbarland der Finnen. In Schweden wurden Häuser 0,4 Prozent günstiger. Damit liegt Schweden im europaweiten Vergleich der Preisentwicklungen ganz hinten. In keinem Land sanken die Preise stärker. In einem Land jedoch sanken sie gleich stark. In Italien nahmen die Preise für Häuser laut Eurostat ebenfalls um durchschnittlich 0,4 Prozent ab.

Gemessen werden die Hauspreise in dem „House Price Index“, den die europäische Statistikbehörde Eurostat berechnet. Er misst die Preisveränderungen aller Wohngebäude, die von Haushalten in Europa gekauft und verkauft werden. Dazu zählen Wohnungen genauso wie Einfamilienhäuser, Reihenhäuser und Wohnhochhäuser. Ob diese neu gebaut oder nach vielen Jahren weiterverkauft wurden, ist für diese Statistik unerheblich.

Insgesamt stiegen die Preise in fast allen Ländern. Ob sie das weiterhin werden, ist unklar.

21.07.2018