Welche Rolle spielt der Zinssatz bei der Baufinanzierung?

Wer sich den Traum einer eigenen Immobilie verwirklichen wollte, hatte in den vergangenen Monaten die Chance, diesen in die Tat umzusetzen - zu so günstigen Zinskonditionen wie noch nie zuvor!

Wie werden Zinsen für die Finanzierung festgelegt?

Auch Banken müssen die Baufinanzierungen ihrer Kunden refinanzieren. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten, die als Quelle dienen und meist in Kombination genutzt werden.

Niedrige Zinskonditionen begünstigen aktuell den Immobilienkauf

Einerseits bietet der Kapitalmarkt den Banken eine Möglichkeit der Refinanzierung des Fremdkapitals. Dazu investieren Anleger höhere Summen zu attraktiven Zinskonditionen, die dennoch für die Bank weiterhin bezahlbar sind. Meist geschieht dies über sogenannte Pfandbriefe, bei denen eine Bank ihre Bestandsimmobilien beleiht und dafür Pfandbriefe an die entsprechenden Anleger ausschreibt.

Die entsprechende Summe X wird nun an den Baufinanzierungskunden weitergegeben – allerdings zu einem höher angesetzten Zinssatz, wodurch eine Marge erzielt wird. Im anschließenden Verlauf der Finanzierung gleicht die Bank ihre Kreditschulden also durch die Rückzahlung des Kunden bei den Anlegern aus und kann durch die Zinsdifferenz mit einem Gewinn aus dem Geschäft herausgehen.

Eine weitere Refinanzierungsquelle stellt der Geldmarkt dar. Dabei zählt die EZB als erste Anlaufstelle für Banken. Der Weg über den Geldmarkt gilt als sehr rentabel, da die kurzfristigen Einlagenzinsen, die die Bank an die Anleger zahlen muss, immer niedriger sind als der langfristige Baufinanzierungszins, den sie von ihren Kunden bekommt. Kehrseite dieser Refinanzierungsmöglichkeit ist allerdings die Gefahr, dass die nur kurzfristig gebundenen Zinsen innerhalb kürzester Zeit steigen und die Banken somit plötzlich höhere Zinsen an die Anleger auszahlen müssen und dadurch selbst Verluste in Kauf nehmen.

Daher greifen Banken bei der Refinanzierung ihres Fremdkapitals meist auf einen Mix aus Geld- und Kapitalmarkt zurück.

Ist jetzt der richtige Zeitpunkt eine Immobilie zu kaufen?

Eins steht fest: Günstiger werden die Konditionen eine Immobilie zu finanzieren nicht mehr. Seit März 2016 beläuft sich der Leitzins der EZB auf null Prozent. Experten rechnen allerdings bereits mit dem vorsichtigen Ausstieg der Zentralbank aus der Niedrigzinspolitik ab nächstem Jahr. Dies würde einen leichten Anstieg von bis zu 0,3 Prozent mit sich bringen.

Ein Grund zum überstürzten Handeln ist dies jedoch noch nicht. Ein Immobilienkauf sollte gut abgewogen werden, denn auch Faktoren wie die Entwicklung der Häuser- und Wohnungspreise, die Lage oder das mitgebrachte Eigenkapital spielen eine wichtige Rolle bei der Finanzierung.

Sollten Sie derzeit vor dem Hintergrund der niedrigen Kreditzinsen den Wunsch hegen, eine Immobilie käuflich zu erwerben, raten wir Ihnen, sich nicht deshalb an besonders hohen Darlehenssummen zu bedienen, sondern den gesparten Zinsaufwand in höhere Tilgungsleistungen zu investieren. Dadurch können Sie Ihre Rückzahlung beschleunigen und den eigenen Vermögensaufbau schneller vorantreiben.

29.11.2017