Wolle: Jetzt wird's gemütlich

Seit gut 5.000 Jahren nutzt die Menschheit Wolle – für Kleidung, Decken, Teppiche und andere Wohnaccessoires. Wolle hält nicht nur warm, sondern verleiht dem Raum Gemütlichkeit. "Cocooning", also das "Einnisten" im eigenen Zuhause, spielt vor allem beim Wohnen im Landhausstil eine große Rolle. Dafür ist kuschelige Wolle naturgemäß ein gut geeignetes Material.  

Was ist Wolle?

Ursprünglich bezeichnet Wolle die Haare von Tieren, die geschoren oder ausgekämmt, anschließend gesponnen und zu Textil weiterverarbeitet werden. Weltweit wird in Australien am meisten Wolle produziert, dicht gefolgt von China, Neuseeland und Argentinien.

Wollkissen
Wollkissen von Elvang

Der große Vorteil von Wolle liegt in ihrer Natürlichkeit, die sie atmungsaktiv, wärmebindend und temperaturausgleichend macht. Außerdem ist sie bis zu einem gewissen Grad selbstreinigend, sodass es oft reicht, sie an der frischen Luft auszuhängen, um Gerüche loszuwerden.

Da die Nachfrage nach nicht-tierischen Produkten in den letzten Jahrzehnten stetig gewachsen ist, gibt es inzwischen pflanzliche und synthetische Alternativen zum Tierhaar: Kunstfasern wie Polyester oder Elasthan sind sehr strapazierfähig und pflegeleicht, während sich Wolle auf pflanzlicher Basis (z.B. aus Bambus, Baumwolle und Leinen) durch eine gute Hautverträglichkeit und eine positive Ökobilanz auszeichnet.

Häufig werden Mischformen aus verschiedenen Fasern genutzt, was sich sowohl auf die Stabilität, die Qualität und die Struktur der Wolle auswirkt.

Tierfasern – vom Schaf bis zum Kamel

Wolldecke
Decke aus Merinowolle von Urbanara, 75 Euro

Es gibt ganz unterschiedliche Arten tierischer Wolle, die sich in ihrer Qualität, ihrer Haptik und natürlich im Preis unterscheiden.

Schafwolle ist die am meisten zu Textil verarbeitete Wolle. Dafür wird vor allem das Haar von Merino-Schafen verwendet, es ist warm, temperaturausgleichend, weich und die preisgünstigste Naturwolle auf dem Markt.

Decke aus Kashmir von Lexington, 525 Euro

Die feinste und auch teuerste Wolle weltweit ist Kaschmir. Sie stammt von Ziegen, die ihren natürlichen Lebensraum in der Mongolei, in Persien und Afghanistan haben und dort in etwa 5.000 Meter Höhe leben. Ihre Haare werden allein durch Auskämmen gewonnen – etwa 100 Gramm pro Tier pro Jahr –, was die Kaschmirwolle so kostbar macht.

Decke aus Mohairwolle von Christian Fischbacher, 329 Euro

Mohairwolle stammt von den Angora-Ziegen, die ursprünglich aus der Türkei kommen. Großer Vorteil von Wolldecken aus Mohair: Sie sind besonders leicht und filzen nicht.

 

 

Kaschmirdecke
Decke aus Alpakawolle von Malayika, ab 114 Euro

 

 

Alpakawolle ist sehr edel und wegen seiner äußerst feinen Struktur besonders weich. Sie hält außerdem extrem warm und ist besonders gut für Tierhaar-Allergiker geeignet.

 

 

Kamelhaardecke
Kamelhaardecke, gesehen bei Manufactum, 419 Euro

 

Wolle aus Kamelhaar ist sehr wertvoll, zumal meist das feine, weiche Haar von Jungtieren genutzt wird. Kamelhaardecken werden nur selten eingefärbt, da ihre natürliche Farbgebung sehr beliebt ist.

28.03.2017