Wie funktioniert eigentlich ein Passivhaus?

Ein Passivhaus verbraucht extrem wenig Energie, ohne dass seine Bewohner in den kalten Monaten frieren müssen. Wie geht das genau? 

Bei einem Passivhaus handelt es sich um ein Gebäude, das mit einem minimalen Heizwärmebedarf auskommt. Beheizt wird so ein Haus durch passive Wärmequellen wie Sonneneinstrahlung oder eine interne Wärmegewinnung. Der jährliche Heizenergieverbrauch (ohne Warmwasser und Strom) liegt dabei unter 15 kWh pro Quadratmeter. Damit auch schlechte Luft im Passivhaus keine Chance hat, sorgt eine Lüftungsanlage mit modernem Wärmetauscher für einen regelmäßigen Luftaustausch.

Eine Südausrichtung der Hauptfassade ist beim Passivhaus zwingend notwendig, da nur auf diese Weise auch in den Wintermonaten solare Gewinne erzielt werden können. Abweichungen von der exakten Südausrichtung bis zu einem Winkel von 20 Grad wirken sich durch reduzierte Energiegewinne von bis zu 5% aus. Bei größeren Abweichungen sinken die Energiegewinne drastisch.

Was macht ein Passivhaus aus?

Ein Passivhaus ist in der Regel ein Gebäude, das aufgrund seiner guten Wärmedämmung keine klassische Heizung benötigt. Dabei wird versucht, den Wärmeverlust durch Transmission oder Lüftung so gering wie möglich zu halten. Dach, Gebäudehülle sowie Fenster, aber auch Kellerwände und Fundamente werden bei einem Passivhaus deswegen gründlich wärmeisoliert.

Das Passivhaus zeichnet sich insbesondere durch seinen unglaublich niedrigen Energieverbrauch aus.

Die Lüftungsanlage sorgt im Passivhaus für eine regelmäßige Frischluftversorgung. Eine moderne Anlage erwärmt die frische Luft beim Hereinströmen mit der Energie der Abluft aus dem Passivhaus. Die Gebäudehülle rund ums Passivhaus ist durch die gute Isolierung dagegen weitgehend luftundurchlässig.

Bei der Planung eines Passivhauses sollte sorgfältig darauf geachtet werden, dass keine Wärmebrücken oder undichten Stellen entstehen. Zudem sorgen hochwertige Spezialfenster, die dreifach verglast sind, in den kalten Monaten dafür, dass mehr Sonnenenergie hineindringen kann und weniger Wärme nach außen abgegeben wird. Aufgrund dessen sollten die Glasflächen bestenfalls südorientiert liegen. 

Was sind die Vorteile eines Passivhauses?          

Wesentlicher und unschlagbarer Vorteil an einem Passivhaus ist sein - im Vergleich zu einem konventionell errichteten Gebäude - unglaublich niedriger Energieverbrauch. Somit tangieren steigende Öl- oder Gaskosten den Eigentümer nicht mehr, da sich das Passivhaus allein durch Abwärme und Sonnenenergie erwärmt. Des Weiteren wird in Deutschland der Bau eines Passivhauses durch ein zinsvergünstigtes Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert. Die Kosten für die Energie der Warmwasserbereitung und Lüftung liegen bei einer vierköpfigen Familie im Passivhaus bei ungefähr EUR 400,- pro Jahr

Hat das Passivhaus auch Nachteile?

Ein Passivhaus ist als Neubau etwa fünf bis 15 Prozent teurer als ein konventionell gebautes Haus. Wenn ein Altbau saniert und in ein Passivhaus umgewandelt werden soll, liegt der finanzielle Mehraufwand sogar zwischen zehn und 18 Prozent. Da die Gebäudehülle rund um das Passivhaus sowie Keller und Fundament besonders sorgsam gedämmt werden müssen, dauert der Bau eines Passivhauses im Vergleich zu einem konventionellen Haus länger.

01.08.2018