Wer im Grünen aufwächst, ist psychisch ausgeglichener

Oft hört man, dass Kinder, die im Grünen aufwachsen, glücklicher sind. Doch was hat es mit dieser Behauptung auf sich? Das hat nun die wissenschaftliche Fachzeitschrift PNAS genauer untersucht und ist zu erschreckenden Erkenntnissen gekommen.

PNAS - 'Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America' - ist eine wissenschaftliche Fachzeitschrift, die von der National Academy of Sciences publiziert wird. Aufgrund der Gesamtanzahl der bisher veröffentlichten Artikel zählt diese zu den wichtigsten aller wissenschaftlichen Zeitschriften und gilt dadurch länderübergreifend als fundierte wissenschaftliche Quelle. Im März 2019 wurden Studien durchgeführt, die die Gesundheit und psychische Entwicklung von jungen Erwachsenen in Bezug auf ihre kindliche Wohnsituation untersucht hat. Dabei haben Untersuchungen gezeigt, dass das Risiko eine psychiatrische Störung zu entwickeln mit dem Aufwachsen in einer Stadt steigt. Untersucht wurden über 900.000 Personen (n = 943.027). 

Steigendes Risiko psychischer Erkrankungen

Seit einigen Jahren kann eine steigende Urbanisierung beobachtet werden, wodurch eine innerstädtische Population weiter wächst. Derzeit geht man davon aus, dass weltweit mehr als 50% der Menschen in Städten leben. Aufgrund diverser Gründe wie besserer Bildungschancen oder einem leichteren Zugang zur Gesundheitsversorgung wird sich dieser Trend auch in Zukunft halten. Dennoch hat sich in der nahen Vergangenheit auch gezeigt, dass das urbane Leben nicht nur Vorteile birgt. So konnte belegt werden, dass Stadtbewohner einem fast 50% höheren Risiko unterliegen, psychiatrische Störungen wie Angst- und Stimmungsstörungen zu entwickeln. Gleichzeitig ist das Schizophrenierisiko für Kinder, die in städtischen Gebieten aufwachsen, 200% höher als bei Kindern, die in einer ländlichen Umgebung groß geworden sind. Dadurch konnte aufgezeigt werden, dass Grünflächen als potentieller Gesundheitsfaktor gesehen werden sollten, um die kognitive Entwicklung von Kindern zu verbessern und die neuronale Aktivität im Zusammenhang mit psychiatrischen Störungen zu reduzieren. Außerdem fördern Grünflächen sowohl die psychische als auch die physische Gesundheit, indem sie Bewegung fördern, die soziale Kohärenz verbessern und Lärm sowie Luftverschmutzung verringern, die wiederum die Kognition und Gehirnentwicklung beeinträchtigen.

Grünflächen als Rehabilitationsmöglichkeit

Für die Studie wurden Daten aus verschiedenen dänischen bevölkerungsbasierten Registern verwendet, die mit hochauflösenden Satellitenbildern verglichen wurden. Die Studienpopulation umfasst Personen, die von 1985 bis 2003 in Dänemark geboren wurden und an ihrem 10. Geburtstag in Dänemark gelebt haben. Außerdem liegen verschiedene Aufzeichnungen über psychische Gesundheitsergebnisse, den sozioökonomischen Status und Wohnort vor. Diese wurden im Anschluss mit den individuellen Grünflächen während der Kindheit verglichen, die durch ferngesteuerte Landsat-Satellitenbildern in 30 m Auflösung berechnet wurden.

Abschließend kann gesagt werden, dass die Untersuchung gezeigt hat, dass eine bestimmte Fläche an grünen Außenbereichen in der Kindheit das Risiko senkt, eine psychiatrische Störungen zu entwickeln.

19.11.2019 Artikel-ID: 88747