Welche Arbeitsplatte nehme ich für meine Küche?

Eine Küche hält im Idealfall ein Leben lang. Das macht die Entscheidung, welche Materialien verarbeitet werden sollen, besonders wichtig, gerade bei der viel strapazierten Arbeitsplatte. Ein Überblick

Der Klassiker: Naturstein

Zu den am häufigsten verwendeten Natursteinen für Arbeitsplatten gehören Granit, Speckstein und Schiefer. 

Nicht nur das Material der Arbeitsplatte will wohl überlegt sein, sondern auch die entsprechende Farbe

Granit war einst nur in teuren, hochwertigen Küchen zu finden. Heute hingegen ist es mit Abstand das beliebteste Material für Arbeitsplatten aus Naturstein. Das Gestein gibt es in einer Vielzahl von Farben, die von leuchtendem Blau und Baltic Braun über Mitternachtsschwarz bis hin zu tiefem Rot und meliertem Weiß reichen. Es wird in lange, dicke Platten geschnitten, die nur wenige - wenn überhaupt - Nähte benötigen. Meist können einteilige Granittheken routinemäßig in bis zu 3 Metern Länge hergestellt werden. Nach dem Schneiden und Polieren wird der Granit mit einer imprägnierenden Versiegelung behandelt, die die Arbeitsplatte fleckenbeständig macht. Diese Veredelung hält in der Regel 10 bis 15 Jahre. Trotzdem sollte sichergestellt werden, dass für die tägliche Reinigung ein Steinreiniger und keine Scheuermittel verwendet werden. 

Sowohl Speckstein als auch Schiefer sind in weitaus weniger Farben erhältlich als Granit. Speckstein ist in der Regel dunkelgrün-schwarz, auch hellgrün-graue Platten sind verbreitet. Schiefer ist ein extrem dichter Stein, der in fünf subtilen Farben erhältlich ist: grün, rot, grau, lila und schwarz. Etwas weniger verbreitet sind bunte violette und marmorierte violette Schiefer, die sichtbare Adern und Schattierungen von kontrastierenden Farben aufweisen. Sowohl Speckstein als auch Schiefer können passend zur Größenordnung verarbeitet werden. Speckstein ist porös und muss mit Mineralöl versiegelt werden, um Fleckenbildung zu vermeiden. Schiefer hingegen ist porenfrei und praktisch wartungsfrei, allerdings relativ weich. Kratzer können aber mit Stahlwolle ausgefeilt werden. 

Keramikkacheln: Retro-Comeback

Der Trend im Küchendesign hat sich in den letzten zehn Jahren hin zu pflegeleichten, fugenlosen Küchentheken verlagert. Infolgedessen gibt es weniger Arbeitsplatten, die mit Keramikfliesen belegt sind. Dennoch stellen Fliesen eine ausgezeichnete Wahl als Spritzschutz oder für sekundäre Arbeitsflächen wie Inseln, Esstheken oder Halbinseln dar. Dabei sollten Sie nur darauf achten, Fliesen zu verwenden, die für den Einsatz auf Böden oder Arbeitsplatten geeignet sind. Verwenden Sie niemals Wandfliesen auf einer Theke. Sie sind zu dünn und können leicht brechen. 

Holz als traditionelles Highlight

Holz ist ein weiteres traditionelles Material für Arbeitsplatten, das im Laufe der Jahre allerdings an Bedeutung verloren hat - sowohl aufgrund der großen Beliebtheit von Granit als auch aufgrund des Irrglaubens, Holz könne Keimen und Bakterien als Nährboden dienen. Dabei schneiden zum Beispiel Holzbretter laut verschiedenen Studien in Sachen Hygiene nicht schlechter ab als Kunststoffbretter, oft sogar besser. Holztheken werden typischerweise aus Steinahorn gefertigt - einem extrem robusten Hartholz -, aber auch Teakholz, Nussbaum, Kirsche und Eiche werden verwendet. Oft werden Holztheken mit Mineralöl oder einer Art Lack veredelt. Holzarbeitsplatten können speziell angefertigt und bestellt werden. 

28.05.2019 Artikel-ID: 86596