Fujisawa: Eine Smart City der Superlative

Dieser japanische Stadtteil ist ziemlich 'smart': Die Rede ist von Fujisawa - einer 420 Millionen teuren Stadt, die vom japanischen Großkonzern Panasonic erbaut wurde

Bereits Ende November 2014 wurde das Areal in der Küstenstadt Fujisawa offiziell eingeweiht. Es liegt ungefähr 50 Kilometer südwestlich von Tokio und bietet auf einer Fläche von 190.000 Quadratmetern Platz für 3.000 Bewohner. Der Stadtteil besteht aus 1.000 Unterkünften, vorwiegend freistehende Einfamilienhäuser. Die Grundlage des Konzeptes, das sich der Tech-Gigant Panasonic ausgedacht hat, ist ein eigenes Versorgungsnetzwerk, welches sowohl ein Strom- und Energienetz als auch ein Datennetzwerk, mit dem alle Gebäude und diverse andere Einrichtungen verbunden sind, beinhaltet. Dadurch soll die Stadt keine CO2-Emissionen produzieren und sich weitgehend selbst mit Energie versorgen können.

Dafür sorgen hauseigene Solarkollektoren mit 4,5 Kilowatt Leistung und ein Brennstoffzellen-Generator sowie eine Speicherbatterie. Dadurch beziehen die Häuser in Fujisawa keinen Strom aus einem öffentlichen Netz, sondern produzieren selbst, was sie an Strom verbrauchen. Positiver Nebeneffekt: Überschüssiger Strom wird an den regionalen Energieversorger verkauft. Zusätzlich ist jedes Haus mit einem eigenen Energiemanagementsystem namens "Smarthems" ausgestattet, das alle Stromverbraucher im Haus vernetzt und somit den Verbrauch erfasst und den Strombedarf ermittelt.

Angebotene Dienstleistungen im Netz

Bewohner der Smart Town können zudem auf ein eigenes Auto verzichten, da je nach Bedarf E-Bikes aber auch Elektroautos gemietet werden können. Auf diese Angebote können sie über das stadteigene Intranet zugreifen. Dieses bietet der Community weiterhin die Möglichkeit, diverse Dienstleistungen und Funktionen der Smart Town - wie beispielsweise Aktivitäten oder auch Veranstaltungen innerhalb der Stadt - in Anspruch zu nehmen. 

Unliebsames Thema: Datenschutz

Das heikle Thema der Datensicherheit lässt Panasonic hierbei außen vor. Während das Gesundheitssystem neu evolutioniert wird und sämtliche Daten von Sportlern sowie Patienten durch Fitness-Tracker, Körperwaagen und Kalorienzählern in einer Cloud gespeichert werden, wird nicht erklärt, was mit den Daten im weiteren Verlauf geschieht. Auch auf die vielzähligen Überwachungskameras wird nicht weiter eingegangen. Hierbei wird man wohl weiter im Dunkeln tappen... 

06.01.2020 Artikel-ID: 89065