Soll ich eine Immobilie aus der Zwangsversteigerung kaufen?

Die Vor- und Nachteile auf einen Blick

Zwangsversteigerung
Zwangsversteigerung: Wer bietet am meisten?

Beim Kauf einer Immobilie aus der Zwangsversteigerung ergeben sich mehrere Vorteile. Jeder Interessent hat die gleiche Chance, am Versteigerungstermin teilzunehmen. Es lockt ein niedriger Kaufpreis. Da Verbindlichkeiten und Lasten offengelegt werden, lassen sich Risiken besser abschätzen. Der Kauf aus der Zwangsversteigerung spart also im Idealfall in erster Linie Geld. Besonders bei der trotzdem beträchtlichen Höhe der Investition sollten Sie Vor- und Nachteile bestmöglich abwägen.

  1. Sie haben kein Recht, die Immobilie von innen zu besichtigen.
     
  2. Das vorliegende Wertgutachten hat keine Gewähr auf Vollständigkeit, da auch der Sachverständige die Immobilie nicht zwangsläufig von innen gesehen haben muss.
     
  3. Zur Kaufsumme kommen trotzdem noch Gerichtsgebühren, der Eintrag ins Grundbuch sowie die Grunderwerbssteuer hinzu, nur die Notarkosten entfallen.
     
  4. Die Vorschriften über die Mängelhaftung sind nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch nicht anwendbar.

Und auch nach dem Kauf – nachdem Sie den Zuschlag bereits haben – können Mieter das Objekt blockieren. Kosten für Räumung oder unzureichende Baugenehmigungen, die im Verkehrsgutachten nicht benannt wurden, führen zu nicht einkalkulierten Kosten.

Henning Frank
„Es gilt: Der Kauf einer Immobilie aus der Zwangsversteigerung kann Geld sparen, aber sollte nur mit einem finanziellen Polster und ausreichend Zeit in Erwägung gezogen werden.“, rät Henning Frank, Geschäftsführer von DAHLER & COMPANY.            

01.12.2016