Wie sieht ein Franchisevertrag aus?

Wer sich in ein Franchiseunternehmen einkauft, sollte vorab einige wichtige Dinge über den Vertrag wissen. Wir sagen, worauf Sie achten müssen

Ein Franchisevertrag sollte gründlichst durchgelesen werden, bevor er unterschrieben wird

Bevor Sie eine Franchise-Lizenz übernehmen können, müssen Sie zunächst einen Vertrag abschließen. Diese komplexen Dokumente, auch Franchisevereinbarungen genannt, regeln die Bedingungen, unter denen Sie Ihre Geschäfte tätigen dürfen und führen die Regeln auf, die Sie als Franchisenehmer einhalten müssen. Franchiseverträge sind meist sehr detailliert. Es ist wichtig, schon vorab zu wissen, was Sie von einem Franchisevertrag erwarten können, damit Sie eine fundierte Entscheidung darüber treffen können, ob die gestellten Bedingungen akzeptabel sind. Franchiseverträge sind rechtsverbindlich. Stellen Sie vor der Unterzeichnung deshalb unbedingt sicher, dass Sie sich an die Bedingungen auch halten können.

Franchisegebiet und Grenzen 

Jeder Franchise-Standort deckt ein bestimmtes Gebiet ab, das im Franchisevertrag festgelegt ist. Andere Franchisenehmer dürfen in diesem keinen weiteren Standort eröffnen. Damit soll sichergestellt werden, dass es in der Region nicht zu viel Wettbewerb gibt, der das Umsatzpotenzial und den Erfolg des Franchise-Standortes einschränken kann. 

Schulung und Support durch den Franchisegeber

Es ist Standard für Franchisegeber, neue Franchisenehmer auszubilden und sie kontinuierlich zu unterstützen, denn Franchiseunternehmen bauen auf einheitlichen Geschäftspraktiken auf. Dabei helfen Schulungen neuen Franchisenehmern zu verstehen, was von ihnen erwartet wird. Zudem lernen sie Praktiken kennen, die dem Franchiseunternehmen zum Erfolg verholfen haben. Die laufende Unterstützung kann in Form von Weiterbildung, Rabatten auf Betriebsmittel und Werbekostenzuschüssen erfolgen. 

Dauer des Franchisevertrages

Die typische Laufzeit eines Franchisevertrages beträgt in der Regel 10 oder 20 Jahre. Dieser Teil des Vertrages enthält auch die Bedingungen, unter denen die Franchiselizenz an jemand anderen verkauft werden kann - ein Aspekt, der sehr streng geregelt sein kann, um sicherzustellen, dass der zukünftige Franchisenehmer jegliche erforderlichen Qualifikationen mitbringt. Manchmal wird auch ein Vorkaufsrecht eingebaut, das es dem Franchisegeber erlaubt, das Franchisegebiet zurückzukaufen, statt es an jemand anderen verkaufen zu lassen.

Kosten und Gebühren

Neben der anfänglichen Kaufgebühr deckt dieser Teil des Vertrages die mit dem Besitz eines Franchise verbundenen Kosten, einschließlich monatlicher Lizenzgebühren, Werbe-Buy-Ins und anderer Kosten, ab. Viele Franchiseverträge enthalten auch Bestimmungen darüber, wie viel Bargeld Franchisenehmer vor dem Kauf der Lizenz zur Verfügung haben müssen, sodass der Franchisegeber weiß, dass ein Franchisenehmer in der Lage ist, alles - von der Gehaltsabrechnung über die Reparatur von Geräten bis hin zu Instandhaltungskosten - abzudecken. 

Regeln für den Betriebsablauf

Jedes Franchiseunternehmen hat spezifische Regeln für die Art und Weise, wie Franchisenehmer ihre Lizenz führen müssen. Dazu gehören unter anderem auch verwendete Softwareprogramme oder die Art und Weise, wie ein Franchise-Standort gestaltet sein muss.

Verlängerungsrechte und Kündigungsrichtlinien

Einzelheiten darüber, wie eine Franchiselizenz verlängert werden und unter welchen Bedingungen sie gekündigt werden kann, sind unter diesem Punkt aufgeführt. Sollte eine Situation entstehen, in der sich der Franchisegeber und der Franchisenehmer im Konflikt befinden, kann es eine Schiedsklausel geben, die beide Seiten daran hindern würde, vor Gericht zu gehen, es sei denn, ein Schlichter prüft den Fall und gibt zuerst eine Empfehlung ab.

07.03.2019 Artikel-ID: 86517