Philip Krohn

Philipp Krohn - Prognose 2020

Die Stadtteile westlich der Außenalster gehören seit Jahren zu den Toplagen der Hansestadt. Allein im vergangenen Jahr wurde ein Fünftel des Umsatzes mit Immobilien in Hamburg in den Stadtteilen Harvestehude, Eppendorf, Rotherbaum und in Hoheluft-Ost umgesetzt. Mit insgesamt 345,4 Mio. Euro in 2015 einer der erfolgreichsten Bereiche Hamburgs. Wird sich diese Entwicklung von steigendem Preisniveau sowie Umsatzvolumina weiter fortsetzen? Die Ambitionen der Stadt zeigen sich in einer Vielzahl von Stadtentwicklungsprojekten, welche die Dynamik städtischen Wandels unterstützen. Philipp Krohn, Geschäftsführer der Standorte westlich der Alster mit Büros am Mittelweg und am Eppendorfer Baum des Premiumimmobilien-Experten Dahler & Company, erwartet auch in Zukunft einen Anstieg der Nachfrage und daraus resultierend auch der Preise. Er erläutert, welchen Einfluss aktuelle Projektentwicklungen auf die Stadtteile westlich der Außenalster haben werden.

Gerade in den Quartieren westlich der Alster ist der Druck auf den Wohnungsmarkt verstärkt zu spüren. Deutlich höhere Nachfrage gegenüber geringem Angebot, resultierend aus einem niedrigen Zinsniveau und fehlenden, alternativen Anlagemöglichkeiten, führt zu steigenden Preisen. Die logische Konsequenz daraus: Die Stadtentwicklung rückt vermehrt in den Fokus und es besteht Handlungsbedarf. Mit großen Projekten wie der Entwicklung der HafenCity, der Umstrukturierung der Neuen Mitte Altona oder der Steigerung der Brownfield-Developments reagiert die Stadtentwicklung auf diese Herausforderungen. Dadurch entstehende Wechselwirkungen in Form von Gentrifizierung, zum Beispiel auf der Sternschanze und auf St. Pauli, werden sich auf die Entwicklungen und Anfragen westlich der Außenalster auswirken.

Im Premiumimmobiliensegment sind Exklusivität, der Standort und Wertsteigerungspotentiale wesentliche Faktoren bei der Auswahl der Objekte. Betrachtet man einmal die Verkaufszahlen des letzten Jahres, waren unter den TOP 5 der teuersten Immobilien Hamburgs zwei in Harvestehude -14,64 % der Immobilienkäufe ab einem Wert von 750.000 Euro wurden westlich der Außenalster getätigt. Aufgrund mangelnden Angebots ging zwar die Anzahl der Transaktionen in einigen Stadtteilen zurück, jedoch konnten steigende Durchschnittskaufpreise das Umsatzvolumen insgesamt erhöhen. Der durchschnittliche Kaufpreis für Ein- und Zweifamilienhäuser westlich der Alster lag 2015 bei 2,84 Mio. Euro, bei Eigentumswohnungen bei 1,2 Mio. Euro. Im Vergleich: Der Hamburger Durchschnittspreis für Eigentumswohnungen lag etwa 25 % darunter. Eine Stagnation bzw. ein Rückgang der Preise ist in den kommenden Jahren bei gleichbleibendem Niedrigzinsniveau nicht zu erwarten.

Innovative Stadtentwicklungsprojekte, wie zum Beispiel die Erweiterung der Innenstadt durch die HafenCity oder architektonische Highlights in 1A-Lagen sind Einflussfaktoren, die den Attraktivitätsgrad der Hansestadt weiter steigen lassen. Bereits etablierte Quartiere werden von den Neuentwicklungen bzw. Revitalisierungen in benachbarten Stadtteilen profitieren. Darüber hinaus würde sich der Druck, durch ein höheres Angebot im derzeit Angebots knappem Alstermarkt, auf die Nachfrage senken. Bedingung hierfür ist, dass qualitativ vergleichbare Objekte realisiert werden. Desweiteren würden städtebauliche Synergien entstehen: Neue und historische Architektur prägt sowohl in Eppendorf und den benachbarten Stadtteilen das Bild, als auch in der Schanze oder auf St. Pauli. Städtische Strukturen würden zu einem Gesamtbild geformt werden. Durch Individualität in Details und Struktur, den historischen Charakter und lebendigen Charme der jeweiligen Stadtteile wird der Westen der Außenalster aber auch 2020 noch zu den besten Lagen gehören und an Reiz nicht verlieren.

12.01.2017Philipp Krohn Artikel-ID: 13421