Vermieter oder Mieter: Wer zahlt bei welchen Reparaturen?

Reparaturen sorgen häufig für Streit zwischen Mieter und Vermieter, denn nicht immer ist klar, wer dabei wie viel bezahlen muss. Wir klären Sie auf.

Nutzspuren wie kleinere Schäden und Verschleißerscheinungen sind in einer Mietwohnung nach einer gewissen Zeit etwas ganz übliches. Oft ist jedoch unklar, wer für anfallende Reparaturen aufkommt oder wer den Handwerker bezahlen muss. 

Die Pflichten eines jeden Vermieters

Das Streichen der Wände wird oft auf den Mieter umgelegt.

Der Vermieter ist grundsätzlich für die Instandhaltung der Wohnung zuständig. Für ganz normale Abnutzungserscheinungen, auch bei Gegenständen in einer möblierten Wohnung, kommt dieser ebenfalls auf. Gesetzlich geregelt sind seine Pflichten durch sogenannten Schönheitsreparaturen. Oft kommt es jedoch vor, dass der der Mietvertrag eine Klausel enthält, die solche Reparaturen dem Mieter zuteilt. Dazu zählen unter anderem das Tapezieren und Streichen von Wänden, Decken, Heizkörpern, Fenstern und Türen. Sollte in der Wohnung ein Teppichboden ausgelegt sein, ist auch dessen Grundreinigung Teil der Schönheitsreparaturen.

Augen auf bei Kleinreparaturen

Ein wichtiger Unterschied wird allerdings zwischen Bagatellreparaturen und Schönheitsreparaturen gemacht. Diese Kleinreparaturen umfassen unter anderem tropfende Wasserhähne, defekte Duschköpfe oder aber auch gerissene Rollladengurte. Für diese muss der Vermieter aufkommen. Jedoch ist in vielen Mietverträgen vereinbart, dass der Mieter die Kosten zum Teil für Kleinreparaturen übernimmt. Üblich sind 75 bis 120 Euro als festgelegter Höchstpreis pro Reparatur. Sollte es teurer werden, muss der Vermieter die Gesamtkosten übernehmen. Damit die Vertragsklausel zu Kleinreparaturen gültig ist, muss diese zusätzlich eine Jahresobergrenze beinhalten. Hier gelten sechs bis acht Prozent der Jahresbruttokaltmiete als angemessen.

Oft kommen Fälle vor Gericht

Manchmal ist zwischen Bagatell- und Schönheitsreparaturen allerdings nicht so leicht zu unterscheiden. So sorgte ein Fall vor dem Amtsgericht Düsseldorf 2015 für Aufsehen: Ein Mann, der stets im Stehen urinierte, klagte, dass der Marmorboden rund um die Toilette seiner Mietwohnung erneuert werden musste. Das Urteil: Trotz der zunehmenden Domestizierung des Mannes sei das Urinieren im Stehen durchaus noch weit verbreitet – nicht aber das Wissen um die Auswirkungen eines solchen Verhaltens auf den empfindlichen Marmorboden. Daher trägt der Vermieter die anfallenden Kosten.

Sollte ein Schaden bemerkt werden, ist es wichtig diesen sofort beim Vermieter anzuzeigen. Daraufhin muss der Vermieter dann den entsprechenden Handwerker beauftragen und den Mieter über den Zeitpunkt sowie die Dauer der fälligen Arbeiten zu informieren. Bei unangekündigten Besuchen kann ein Mieter von seinem Hausrecht Gebrauch machen und Handwerker nicht in die Wohnung lassen. Aber Vorsicht: Sollte der Schaden selbst verursacht worden sein vom Mieter muss er die Kosten in jedem Fall übernehmen. Lässt er beispielsweise eine Bratpfanne fallen und die Küchenfliesen gehen zu Bruch, muss er die Ausbesserung bezahlen.

12.10.2019 Artikel-ID: 85189