Summende Mitbewohner: Wie lässt sich ein Wespennest entfernen?

Welche Möglichkeiten gibt es, ein Wespennest zu entfernen und wie schützt man sich generell vor den stechfreudigen Insekten?

In der Nähe der eigenen vier Wände kann ein Wespennest sehr störend sein. Um sich dessen zu entledigen, gibt es zwei Möglichkeiten: den professionellen Schädlingsbekämpfer oder die bisher noch weniger bekannte, jedoch oft viel günstigere Umsiedlung des Wespenvolks durch örtliche Umweltschutzorganisationen.

Wespen sind oft ungeliebte Mitbewohner 

Ab etwa Mitte April beginnen Wespen-Königinnen mit der Suche nach einem geeigneten Nistplatz, um anschließend mit dem Nestbau zu beginnen. Haben sie einen entsprechenden Platz gefunden, kann das Wespenvolk auf bis zu 7.000 Insekten heranwachsen. 

Die beiden in Deutschland heimischen Wespenarten bevorzugen geschützte Nistplätze in der Erde. Dazu nutzen sie verlassene Mäusenester oder Maulwurfsbauten. Doch auch dunkle Hohlräume im und am Haus kommen in Frage. Vor allem in Rollladenkästen und auf Dachböden finden sich Wespennester gern an.

Vorsicht ist geboten: Wespen verteidigen ihr Nest 

Bei einem frei hängenden Nest handelt es sich meist um eher kurzlebige Völker, daher kann man diese Nester getrost hängen lassen und davon ausgehen, dass einen die Insekten auch nicht weiter stören. Allerdings sollte man nicht außer Acht lassen, dass Wespen bei der Verteidigung ihres Nests wenig zimperlich sind. Menschen sollten deshalb stets einen Mindestabstand von sechs Metern zu dem Nistplatz einhalten - sonst reagieren Wespen schnell aggressiv. Einige Arten alarmieren sogar ihre Artgenossen mit Geruchsstoffen, damit diese zur Hilfe eilen. Daher gilt: Ruhe bewahren und auf keinen Fall das Nest erschüttern oder gar darin herumstochern.

Mieter können die Entfernung eines Wespennests verlangen 

Wespennest
Ein Wespennest darf nicht selbst entfernt werden

Ist die Nutzung des Balkons durch ein Wespennest beeinträchtigt, können Mieter dessen Beseitigung innerhalb einer angemessenen Frist verlangen. Die Kosten für die Beseitigung des Wespennestes muss der Vermieter tragen und darf sie nicht als Betriebskosten auf die Mieter absetzen. Wenn von den Wespen eine unmittelbare Gefahr ausgeht, darf der Mieter selbst die Feuerwehr oder einen Kammerjäger beauftragen und dem Vermieter die Kosten in Rechnung stellen. Dabei kann man etwa mit EUR 150,- rechnen. 

Wespennest versetzen durch Umweltschutzorganisationen

Eine tierfreundliche und zugleich günstige Alternative zum Schädlingsbekämpfer können Umweltschutzorganisationen oder auch Imker sein. Sie siedeln das Wespenvolk um, anstatt die Insekten zu töten. Dazu müssen alle Arbeiterinnen eingefangen werden, um anschließend das Nest vorsichtig mit geringstmöglichen Beschädigungen zu bewegen. Dabei zählt: Der neue Standort für das Wespennest will gut gewählt sein, denn er muss mindestens vier Kilometer vom alten Nistplatz entfernt liegen, damit die Insekten den Weg zurück nicht mehr finden und den neuen Standort annehmen. Die meisten Nester werden aber in Wälder abseits stark frequentierter Wanderwege und pestizidbelasteter Ackerflächen umgesiedelt. Die Kosten liegen bei dieser Methode ungefähr bei EUR 30,- bis EUR 50,-.

04.08.2020 Artikel-ID: 84683